jazzGAP
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Jazz hautnah live erleben ...

 

Hier folgt das aktuelle jazzGAP-Konzertprogramm. Die Konzerte finden, wenn nicht anders angegeben, im Katharinenhof (clou), Zugspitzstraße 86, Garmisch-Partenkirchen, statt. Eine Platzreservierung ist möglich unter der Tel. Nr. 08821-727039 (ab 16:00) oder 0177-8305130.

 

Es lohnt sich, die jazzGAP-Website regelmässig zu besuchen, da u.U. kurzfristig zusätzliche Konzerte ins Programm aufgenommen werden.

2. Internationales Festival

10 Jahre jazzGAP

Bild: Siegfried Pfeuffer jazzGAP (2012)

8./9. September 2017

 

Richard-Strauss-Saal (Kongresshaus)

Richard-Strauss-Platz 1

Garmisch-Partenkirchen 

 

 

Prolog

 

Dass jazzGAP trotz Widrigkeiten vor Ort ein Jahrzehnt überlebt hat, muss gefeiert werden, und zwar mit Pauken und Trompeten.  Aber nicht nur mit diesen, sondern auch im intimeren Format. Da jeder seine eigene Vorstellung vom Feiern hat, variieren wir – im Gegensatz  zum Festival  „Die Kunst des Trios“ (Juni 2016) -  diesmal die Gruppengröße. Auf dem Programm stehen Auftritte von Ensembles aus 1,2,3,4,5 und 15 MusikernInnen. Um den Aufwand in Grenzen halten, beginnen wir am ersten Abend mit einem Trio (p,b,dr), welches dann zum Quartett (as,p,b,dr) und Quintett (voc,as,p,b,dr) erweitert wird.  Anschließend tritt ein Duo auf (acc, band & ss,bcl). Der zweite Abend bringt die Extreme, indem zunächst ein Piano Solo Set geboten wird, gefolgt vom Auftritt einer Bigband. So weit wie der Bogen der Gruppengrößen ist auch derjenige der Stile gespannt. Diese reichen von Modern Mainstream über freie Exkurse, Anklänge an Chansons, folkloristischen Elementen, rhapsodischem Klavierspiel bis zu rock- und funkdurchsetzten Stücken in großer Besetzung. Lasst euch überraschen. Bleibt noch zu erwähnen, dass die beteiligten MusikerInnen aus Deutschland, Österreich, Dänemark, Frankreich, Russland und Israel stammen. 

 

Glossar

ss Sopransaxophon, as Altsaxophon, ts Tenorsaxophon, bs Baritonsaxophon, cl Klarinette , bcl Bassklarinette,

tp Trompete, tb Posaune, voc Gesang, keys keyboard, p Piano, g Gitarre, b Kontrabass, dr Schlagzeug, acc Akkordeon, band Bandoneon

 

Eintrittspreise:  

Abendkasse      26 €    Mitglieder   22 €     Jugend <18 J    13 €

Festivalpass      45 €                       40 €                               25 €

 

Kartenvorverkauf:

GAP-Ticket Richard-Strauss-Platz 1

Tel. 08821-7301995 www.gap-ticket.de

Alle VVK-Stellen München Ticket www.muenchenticket.de

Alle Geschäftsstellen des Kreisboten

 

Förderer

Marktgemeinde Garmisch-Partenkirchen

Kreissparkasse  Garmisch-Partenkirchen

Staatsministerin für Kultur und Medien Berlin

Freitag 8.9.2017   20:00

 

Anna-Maria-Sturm Quintett

 

Anna Maria Sturm voc,

Wanja Slavin as, cl,   

Uri Gincel p,

Andreas Lang b,

Tobias Backhaus dr

 

 

Das Set beginnt im Trioformat (p,b,dr). Der Pianist Uri Gincel kam vor 8 Jahren von Israel nach Berlin um dort sofort ein Trio mit dem dänischen Bassisten Andreas Lang und dem deutschen Schlagzeuger Moritz Baumgärtner zu gründen (im aktuellen Konzert ersetzt durch Tobias Backhaus). Ausgehend von Jazz-Standards und dem klassischen Piano-Trio-Klang gingen die drei bald auf die Suche nach neuen Farben und Formen. Das Ergebnis ist unwiderstehlicher Drive in den up-tempo Titeln, impressionistische Klänge in den ruhigeren, bei stets hoher Dichte der Kommunikation der Musiker untereinander. Der ebenfalls in Berlin lebenden Saxophonist Wanja Slavin erweitert das Trio zum Quartett. Wanja Slavin, Echo-Preiträger 2014,  ist ein Holzbläser (Saxophon, Klarinetten) erster Güte, der schon in mehreren jazzGAP-Konzerten beeindruckt hat. Wanja spielt in unterschiedlichsten Konstellationen und ist in ganz Europa Festivalerfahren. Jeder Ton, den er spielt, klingt wie Ureigenes. Kein Zufall, dass er als  Referenzen Lee Konitz, Charles Lloyd und Joni Mitchell nennt, so verschieden diese auch sein mögen. Die volle Quintett Besetzung erhält durch die Sängerin Anna Maria Sturm eine neue Klangfarbe. Anna Maria, eigentlich Schauspielerin (Kammerspiele, Kinofilme, TV: Polizeiruf 110) entdeckte ihre Liebe zum Gesang erst spät, nahm aber schon bald ihre erste Quintett-CD auf („Tales of Woe“ 2014). Thematisch stehen das „Great American Songbook“ , Französische Chansons und Hildegard Knef im Vordergrund, immer eingebettet in den soliden Jazzrahmen des Begleitquartetts. Anna Maria selber: „Beim Anhören empfinde ich mich oft als ein Kind, das einfach singt. Die Jungs wirken, als wären sie nicht zu bändigen, während mein Gesang ganz ruhig über ihrer Musik liegt“. Besser kann man diese nicht beschreiben.  

 

 

Paier Preinfalk Project

 

Klaus Paier acc, band,

Gerald Preinfalk ss, bcl

 

 

„More than Tango“ ist der Titel einer CD (2004) des Paier Preinfalk Projects. Dieser Name suggeriert zweierlei, nämlich die Nähe der Kombination Akkordeon/Saxophon zum Tango und die Tatsache, dass die von diesem Duo gespielte Musik über den Tango weit hinausgeht. Die Beziehung zum Jazz wird durch ausgedehnte improvisierte Anteile angezeigt. Daneben

erklingen aber auch Spielwitz des Balkans, Melodik des Klezmer und die verschlungene Ornamentik arabischer Tonkunst. Klaus Paier aus Kärnten hat am Konservatorium Klagenfurt Akkordeon, Jazz und Komposition studiert. Heute ist er ein Akkordeonist von Weltruf, der bestrebt ist, die Grenzen seines Instrumentes  spieltechnisch und kompositorisch zu erweitern. Er fühlt sich u.a. durch die Jazzmusiker Bill Evans, Charles Mingus und Thelonious Monk inspiriert. 2011 wurde Paier in Moskau mit dem Silver Disc Award ausgezeichnet, einem  speziellen Preis für Akkordeonisten. Gerald Preinfalk aus Oberöstereich studierte in Wien, Paris und Boston klassisches und Jazzsaxophon. Er ist aktuell in beiden Genres aktiv.  Seit 2000 ist Preinfalk Mitglied des Klangforum Wien, einem der renommiertesten Ensembles für zeitgenössische klassische Musik. Daneben wirkte er auch als Komponist für Theatermusik („Peer Gynt“ und „Hiob“ am Wiener Volkstheater). Im Jazzgenre spielte Preinfalk im Vienna Art Orchestra und in Gruppen um Django Bates, Peter Madsen, Don Byron, George Garzone, Christian Muthspiel u.v.a.  2001 erhielt Gerald Preinfalk den „Hans-Koller-Preis“ in der Gattung „Newcomer des Jahres“ , 2011 wurde er als Professor für klassisches Saxophon an die Kunstuniversität Graz berufen.

 

Samstag 9.9.2017   20:00

 

 

Andrei Kondakov

 

Piano Solo 

 

 

 

Wäre dasjenige Instrument auszuwählen, welches sich am besten für unbegleitete

Solodarbietungen eignet, so wäre sicher das Klavier zu nennen. Der Grund ist einfach: kein anderes Instrument, die Gitarre vielleicht ausgenommen, besitzt eine vergleichbare 

Fähigkeit, für sich alleine Rhythmik, Melodik und Harmonik wiederzugeben. Und so haben auch im Jazz Piano Solo Darbietungen eine solide Tradition, wie die Reihe Fats Waller (*1904), Art Tatum (*1910), Oscar Peterson  (*1925), Randy Weston (*1929), Chick Corea (*1941), Keith Jarrett (*1945), Fred Hersch (*1955) und Brad Mehldau (*1970) anzeigt. Der russische  Pianist Andrei Kondakov folgt dieser Tradition. Andrei Kondakov ist der Jazz-Macher der Newa-Metropole Sankt Petersburg, sowohl als Musiker als auch als Festivalveranstalter und Clubbetreiber. Er gilt als einer der bekanntesten, einfallsreichsten und vielseitigsten Musiker Russlands. Sein Studium schloss er 1987 am Leningrader (heute Sankt Petersburger) Rimsky-Korsakov Konservatorium ab. Kondakov kombiniert auf meisterhafte Weise Jazz mit zeitgenössischer improvisierter Musik – die Freiheit des Piano Solo Auftritts kommt ihm hierbei sehr entgegen. Gelegentlich modifiziert  Kondakov den Flügel im Sinne von John Cage's „prepared piano“ oder er verwendet akustische und elektronische Tasteninstrumente nebeneinander. Überaus originell musiziert er in seinem Trio mit Vyacheslav Gaivoronsky (tp) und Vladimir Volkov (b). Sein russisch-amerikanisches Quartet mit Eddie Gomez (b), Lenny White (dr) und Kondakovs Moskauer Gegenstück Igor Butman (ts) demonstriert mit dem perfekten  Einfühlvermögen in ein an sich fremdes Idiom die hohe Musikalität der Russen. 

Hörprobe youtube: Goodbye. Andrei Kondakov, Igor Butman, Eddie Gomez, Lenny White.

Kondakovs Solo-Auftritt auf unserem Festival wird aus einer ausgedehnten Suite bestehen, in der thematisches Material aus den Bereichen Jazz, Pop und Klassik vorgestellt und improvisierend variiert wird. 

Collectif LeBocal 

Plays the Music of Frank Zappa

 

Amaury Bach as, Diego Fano as, Ernie Odoom ts, ss, voc, Laurent Desbiolles bs, Guillaume Lavallard tp, Loic Burdin tp, Daniel Verdesca tp, Vincent Camer tb, tuba, Jérémie Creix tb, Stéphane Monnet tb, Thierry Girault p, keys, Pierre Michel g, Karim Maurice b, sampler,

Thibaud Pontet dr  

 

Collectif LeBocal ist eine französische Big Band aus der Gegend um Annecy (Haut-Savoie) am Fuße der Alpen, weit ab von allen musikalischen Zentren, die aber dennoch, oder gerade deswegen, eine originelle, eigenständige Musik macht,  „....eine beeindruckende live show mit aussergewöhnlichen Musikern und einer gnadenlos hintersinnigdiebischen Spielfreude“  meinte der Bayerische Rundfunk am 4.12.2013 anlässlich eines Konzertmitschnitts. Im Zentrum der Arbeit von Collectif LeBocal steht das Werk des US-amerikanischen Nonkonformisten Frank Zappa, welches die Band interpretiert, indem sie zwischen Rhythm'n'Blues, Heavy Metal, Jazz, Dada und Zwölftontechnik wandelt, ganz im Sinne des  Grenzgängers Frank Zappa. „Bocal“ bedeutet übrigens „Einmachglas“. Offenbar macht das Collectif sich zur Aufgabe, das Werk des genialen Komponisten und Musikers nach entsprechender Aufarbeitung zu konservieren. Dass dabei kein Mangel an Material auftritt wird schon dadurch sichergestellt, dass Zappa neben seinen Rock Eskapaden auch hochkompetent für „klassisches“ Orchester komponiert hat. Um LeBocal selbst zu Wort kommen zu lassen (Jazzzeitung 2010/05, S.8): „Vor 40, 50 Jahren gab es noch die Absicht, das Publikum zu unterhalten. Heute sind die Menschen oft gelangweilt von den vielen Soli und abstrakten Ideen. Ja, Jazz sollte wie bei Basie und Ellington kommunikativer sein.“ Dass LeBocal hierzu auf dem richtigen Weg ist, zeigt die beträchtliche Fangemeinde, die sich das Ensemble bislang erspielt hat.

Mittwoch 04.10.2017   20:00

 

PETER PROTSCHKA QUINTET

feat. RICK MARGITZA

 

Peter Protschka tp, Rick Margitza ts,

Martin Sasse p, Martin Gjakonowski b,

Tobias Backhaus dr

 

Lupenreiner, kerngesunder Hardbop wird geboten, wie aus dem legendären Café Bohemia (Art Blakey, 1955)! Frontman Peter Protschka, ein in Köln lebender Trompeter der Freddie-Hubbard-Linie, durch Studien bei Ack van Royen und Eddie Henderson verfeinert, verleiht dem Quintett mit seinem „Strahl“ hohe Intensität. Kaum zu glauben, dass er sich auch im klassischen Umfeld tummelt. Der renommierte Saxophonist Rick Margitza besitzt tschechischen Sinti-Hintergrund, er ist über Detroit (USA) nach Paris gekommen, wo er jetzt lebt. In seinem Spiel nimmt er Einflüsse von John Coltrane und Bob Berg auf ohne dabei in technischen Exhibitionismus zu verfallen. Margitza beeindruckt durch schöne Sonorität auf dem Tenorsax und ein fundiertes Blues-feeling, wovon man sich in Rick Margitza, Blues MD (Youtube) überzeugen kann. Der ebenfalls in Köln ansässige Pianist Martin Sasse, u.a. Dozent an der Düsseldorfer Robert-Schumann-Hochschule, hat unzählige Ensembles bereichert. Wäre er nicht so jung, könnte man ihn bereits einen Grandseigneur seines Instrumentes nennen. Aufnahmen mit Charlie Mariano brachten ihm 2010 den Preis der Deutschen Schallplattenkritik ein. Sasses Auftritt beim Lucerne-Festival Piano Off-Stage war ein weiterer Höhepunkt seiner Laufbahn. Sasses Stil ist am besten seinen Trio-Aufnahmen zu entnehmen: Bud Powell und McCoy Tyner sind nicht zu überhören. Der aus Mazedonien stammende Bassist Martin Gjakonowski, mit der Sängerin Anne Hartkamp und dem Pianisten Thomas Rückert bereits auf unserem letztjährigen jazzGAP-Festival Die Kunst des Trios vertreten, ist künstlerisch breit aufgestellt und stark gefragt. Wie für Bassisten üblich, ist seine Diskographie  durch Begleitfunktionen geprägt (sidemanships). Dies gilt auch für den Berliner Schlagzeuger Tobias Backhaus, Gast als Mitglied des Anna-Maria-Sturm-Quintetts auf unserem Festival 10 Jahre jazzGAP. Dass Schlagzeuger äußerst selten die Rolle des Bandleaders einnehmen, soll nicht von ihren essentiellen Beiträgen zum Gesamtergebnis ablenken – dies trifft ganz besonders  für die Stilrichtung des Peter Protschka Quintets zu. 

 

Abendkasse 20 € / Mitglieder 16 € /  Jugendliche 10 € 

 

Kartenvorverkauf: GAP-Ticket Richard-Strauss-Platz 1, Garmisch-Partenkirchen

Tel. 08821-7301995 www.gap-ticket.de

Dienstag 07.11.2017   20:00

 

ESKELIN / WEBER / GRIENER 

 

Ellery Eskelin ts,

Christian Weber b,

Michael Griener dr

 

 

 

Ganz anders als das Protschka Quintett die Musik dieses Trios! Zwar ist der US-amerikanische Tenorsaxophonist Ellery Eskelin ebenfalls in der Tradition verwurzelt, dies äußert sich aber auf andere Weise, als bei der Protschka/Margitza Hard- bzw. Postbop-Gruppe. Eskelin, einst Schüler, dann Partner von Dave Liebman, wechselt in seinem Spiel zwischen in und out, wobei mit out der Verzicht auf konventionelle Harmonik gemeint ist, da wo es der Expressivität dient. Dass Ellery auch in kann, zeigt ein bewundernswertes neues Album Sensations of Tone, das von Eskelin/Weber/Griener 2016 aufgenommen wurde und abwechselnd Titel in avantgardistischer und klassischer Spielweise bietet. Im Down Beat Magazine erhielt das Album  vier von fünf möglichen Sternen. Neben out-Eigenkompositionen stehen Klassiker wie China Boy, Moten Swing und Ain´t Misbehavin', die streng in  interpretiert werden, mit Phrasierung und Swing der 30er Jahre. Wenn darauf jeweils ein freies Stück folgt, so als würden sich Lester Young und Dave Liebman abwechseln, ist der Effekt grandios. Er demonstriert höchste Qualität als übergreifendes  Kriterium und eröffnet – hoffentlich – dem einen oder anderen Hörer einen Zugang zu zeitgenössischem Jazz. Ellerys Mitstreiter in diesem erstaunlichen Trio, welches sich erstmals 2011 auf dem Willisau-Festival vorstellte, sind der Schweizer Bassist Christian Weber und der deutsche Schlagzeuger Michael Griener. Künstlerstipendien an die beiden Musiker in 2015 für Aufenthalte in New York vertieften die Zusammenarbeit des Trios. Der Verzicht auf ein Harmonieinstrument sichert größtmögliche Freiheit in der Umsetzung spontaner Einfälle. Bassist Christian Weber setzt vor allem auf den Klang seines Instrumentes, er lässt das Holz schwingen und benutzt, um Echtheit zu wahren, nie einen Verstärker. Das Spiel des Berliner Schlagzeugers Michael Griener ist dermaßen sensibel, dass das Trio zuweilen zu einem Instrument zu verschmelzen scheint. Grieners Soloarbeit mit Besen ist sensationell, z.B. in Moten Swing. Schlagzeugsoli in langsamem Tempo erzeugen ohnehin ultimative Spannung. Kein an Jazz Interessierter sollte sich diesen Brückenschlag  zwischen Zeiten und Stilen entgehen lassen. 

 

Abendkasse 20 € / Mitglieder 16 € /  Jugendliche 10 € 

 

Kartenvorverkauf: GAP-Ticket Richard-Strauss-Platz 1, Garmisch-Partenkirchen

Tel. 08821-7301995 www.gap-ticket.de

Samstag 25.11.2017   20:00

 

NILS WOGRAM NOSTALGIA

 

Nils Wogram tb, 

Arno Krijger org Hammond B3

Dejan Tercic dr

 

 

 

Kaum ein deutscher Musiker hat so viel internationale, insbesondere US-amerikanische Anerkennung gefunden, wie der Posaunist Nils Wogram. Davon zeugt die hohe Zahl grenzüberschreitender Kooperationen und deren Würdigungen in der Fachpresse. Wogram's music is like he sounds, big, brassy confident schreibt der Penguin Guide to Jazz Recordings (2008). Wograms Posaunenspiel nähert sich oft der menschlichen Stimme an, auch in extremen Äusserungen wie Zwischenrufen, Ächz- und Grunzlauten, um aber rasch wieder zu konventioneller Spielweise zurückzukehren. Seine vielleicht eingängigste und daher erfolgreichste Gruppe nennt Wogram Nostalgia, ein Name der durch die Besetzung Posaune/ Orgel/Schlagzeug transportiert wird. Das Trio bewegt sich im Postbopraum mit Ausflügen in Orgelfunk, stets kontrolliert durch des Posaunisten Virtuosität, der nach Double-Time-Ausflügen jedes gesteckte Ziel trifft. Und weil das Trio Nostalgia heisst, darf auch schon mal ein Klassiker hineinrutschen wie z.B. Strayhorns A Flower is a Lovesome Thing. Neuerdings ersetzt Arno Krijger den Gründungsorganisten Florian Ross - sicher keine schlechte Wahl, denn Krijger ist ein Universalgenie an der Orgel, der neben Jazz auch Funk, Pop und Alternative Musik betreibt. An seiner Hammond B3 besticht er besonders durch sein Pedalspiel, welches nicht, wie so häufig, durch ein zweites Manual für die linke Hand ersetzt wird. Das besondere Körpergefühl der Fußbässe findet sich in der Musik wieder. Der Schlagzeuger Dejan Tercic ist eine Vertreter des Modern Creative, ein Stil der Elemente des Modern Jazz (Bop, Free Jazz, Fusion) mit Funk, Pop und Rock kombiniert, kurz: ohne Scheuklappen. Bei Tercic tritt noch die Balkanmusik hinzu. So vielfältig wie die erwähnten Spielweisen sind auch Tercics Kooperationen, deren Nennung in name dropping ausarten würde (Für Eingeweihte: Berg, Enders, Fortune, Speed, Goykovich, Ambrosetti, Rava, Helfrich, Graupe … und eben Wogram). Tercic hat u.a. bei Marvin Smitty Smith, Bill Stewart und Jimmy Cobb  studiert. Er wurde 2004 mit dem Bayerischen Kunstförderpreis ausgezeichnet und ist heute Dozent an der Hochschule für Künste Bern.

 

Abendkasse 20 € / Mitglieder 16 € /  Jugendliche 10 € 

 

Kartenvorverkauf: GAP-Ticket Richard-Strauss-Platz 1, Garmisch-Partenkirchen

Tel. 08821-7301995 www.gap-ticket.de